Aktuelles
01. Januar 2012
Seit heute gibt es Pfändungsschutz nur noch auf dem sogenannten P-Konto. Überschuldete Verbraucher mit normalem Girokonto sollten schnell wechseln.
weiterlesen
28. Dezember 2011
"Wir freuen uns über das Angebot der Stiftung, denn die finanzielle Grundbildung unserer Schüler ist eine wichtige Grundlage für ihre Zukunft", so Alexander Enderle.
weiterlesen
28. November 2011
Experte der Stiftung zu Gast an der Montford Realschule. Die Schüler der neunten Klassen erhielten nicht nur wertvolle Tipps.
weiterlesen
28. November 2011
Die Überschuldung von Jugendlichen ist an Schulen inzwischen ein großes Thema, stellt auch Rektor Reinhard Zatschler fest.
weiterlesen
16. November 2011
Finanzielle Bildung: "Wir wünschen uns, dass dieses hochinteressante Seminar auch anderen Schülern zu Gute kommt", so Rektor Gustl Frey und Konrektorin Ruth Klemm.
weiterlesen
Archiv
Weitere Meldungen der Stiftung finden Sie hier.
weiterlesen
Zahlen, Daten, Fakten
Es gibt eine große Anzahl von Studien und Statistiken zum Thema Überschuldung. Hier finden Sie Zusammenfassungen der unterschiedlichen Forschungsschwerpunkte und
-ergebnisse der etablierten Anbieter.
iff-Überschuldungsreport 2011
Das Hamburger institut für finanzdienstleistungen e.V. (iff) stellt den Überschuldungsreport 2011 vor. Demnach überschritt die Anzahl der Verbraucherinsolvenzen in Deutschland 2010 mit 106.300 Fällen zum zweiten Mal die 100.000er Marke (2007: 103.100) und erreichte damit seit Einführung im Jahr 1999 wieder einen Höchststand. Gegenüber 2009 bedeutet das einen kräftigen Anstieg von acht Prozent (2009: 98.800). Für 2011 deutet sich jedoch wieder eine Entspannung an: Während im Januar 2011 gegenüber Januar 2010 noch einmal ein Zuwachs von drei Prozent auf 8.252 zu verzeichnen war (Januar 2010: 8012), ging in den Folgemonaten des ersten Quartals 2011 die Zahl der Neuinsolvenzen erstmals wieder leicht zurück.
Neben dem Anstieg der Insolvenzen zeigt der Report auch zwei positive Entwicklungen:
• Die Verschuldung der Überschuldeten sank von rund 32.000 Euro (2009) auf nur mehr rund 27.000 Euro (2010). Der Rückgang resultiert vor allem aus einer geringeren Bankverschuldung, die nach wie vor den größten Anteil der Verschuldung ausmacht. Sie reduzierte sich im Durchschnitt von rund 17.000 Euro im Jahr 2007 auf 13.675 im Jahr 2010. Auffallend ist, dass die öffentliche Hand in drei von vier Fällen in Erscheinung tritt und mit durchschnittlichen Forderungen von 3.824 Euro den zweitgrößten Gläubiger darstellt. Daher fordert das iff flexibleres und weniger bürokratisches Vorgehen des Staates sowie eine frühe Weitervermittlung der Betroffenen an kompetente Beratungsstellen.
• Das sogenannte „unverantwortliche Konsumverhalten“, also letztlich die Ausgaben für nicht notwendige Konsumgüter, hat bei den Ursachen für die Überschuldung inzwischen einen Tiefststand von 10,4 Prozent erreicht. Prof. Dr. Udo Reifner, wissenschaftlicher Direktor des iff: „Das unverantwortliche Konsumverhalten spielt damit als Überschuldungsursache eine immer kleinere Rolle, obwohl die öffentlichen Meinung das nach wie vor anders bewertet.“
Die Auslöser für die Überschuldung liegen nach wie vor bei fünf Hauptursachen: Arbeitslosigkeit mit 31,0 Prozent (2009: 31,6 Prozent), Scheidung oder Trennung mit 12,6 Prozent (2009: 11,7 Prozent), Krankheit mit 9,6 Prozent (2009: 10,3 Prozent), gescheiterte Selbständigkeit mit 9,7 Prozent (2009: 9,2 Prozent) sowie das Konsumverhalten mit 10,4 Prozent (2009: 11,8 Prozent).
Den iff-Überschuldungsreport können Sie sich hier herunterladen.
iff-Überschuldungsreport 2010
Im Jahr 2010 veröffentlichte das Hamburger institut für finanzdienstleistungen e.V. (iff) - unterstützt von der Stiftung „Deutschland im Plus“ - bereits zum vierten Mal den Überschuldungsreport. Diese jährlich erscheinende, bundesweite Studie liefert Informationen von typischen Phasen des Überschuldungsprozesses bis hin zu den Ursachen für private Überschuldung in Deutschland.
Datengrundlage
Für die Analysen des iff-Überschuldungsreports 2010 wurden Daten von mehr als 12.500 überschuldeten Haushalten aus ganz Deutschland ausgewertet. Es wurden Daten aus dem Zeitraum 2005 bis 2009 verwendet.
Schwerpunkte
Untersucht werden unter anderem Gründe und Auslöser für Überschuldung, Risikogruppen und -faktoren sowie typische Phasen des Überschuldungsprozesses, Verhaltensmuster und Dauer des Prozesses.
Ergebnisausschnitte
- Die Auswirkungen der Finanzkrise, wie Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit, sind 2010 in den Haushaltskassen spürbar angekommen. Arbeitslosigkeit und gescheiterte Selbstständigkeit waren in mehr als 40 Prozent der Fälle die Auslöser für gravierende finanzielle Schieflagen in Privathaushalten.
- Die anlaufende Konjunktur lässt Verbesserungen ab 2011 erwarten.
- Durchschnittlich 14 Jahre vergehen vom ersten Überschuldungsauslöser bis zur vollständigen wirtschaftlichen Rehabilitation der Betroffenen. Davon entfallen sechs Jahre im Insolvenzverfahren auf die Wohlverhaltensphase, die im europäischen Vergleich viel zu lange dauert.
- Der iff-Überschuldungsreport bestätigt die Notwendigkeit der Gesetzesinitiative des Bundesjustizministeriums, das Verbraucherinsolvenzverfahren auf 3 Jahre zu verkürzen.
- Ein großer Teil der Betroffenen zögert zu lange, bis professioneller Rat bei einer Schuldnerberatungsstelle eingeholt wird. Bei 18 Prozent der Überschuldeten kommt es zur Kündigung des Girokontos. Demgegenüber sparen sich diejenigen, die frühzeitig Rat suchen, durchschnittlich drei unproduktive und belastende Jahre in der Überschuldung.
- Die Schulden eines überschuldeten Haushaltes betragen im Mittel über 33.000 Euro, zahlbar an durchschnittlich 13 Gläubiger.
- Bei 3 Mio. überschuldeten Haushalten ergeben sich Gesamtschulden in Höhe von 110 Mrd. Euro.
Den iff-Überschuldungsreport 2010 können Sie hier herunterladen.
iff-Überschuldungsreport 2009
Überschuldung in Deutschland ist ein gesellschaftliches Phänomen, welches jährlich Millionen von Haushalten betrifft. Der iff-Überschuldungsreport ist eine jährlich erscheinende, bundesweite Studie zur Situation der überschuldeten Haushalte - von typischen Überschuldungsverläufen bis hin zu den Ursachen.
Datengrundlage
Für den iff-Überschuldungsreport 2009 wurden mehr als 12.000 Haushalte untersucht, bei denen die Schuldnerberatung in den Jahren 2004 bis 2009 begann.
Schwerpunkte
Ziel der Studie ist es, den beteiligten gesellschaftlichen Gruppen aus Politik, Verwaltung und Schuldnerberatung, den betroffenen Haushalten und den Anbietern von Finanzdienstleistungen belastbare Daten zur Verfügung zu stellen, um gemeinsam dafür Lösungen zu finden, das Überschuldungsproblem zu bekämpfen und die negativen Überschuldungsfolgen zu verringern.
Ergebnissausschnitte
- Der gesamte Überschuldungsprozess vom ersten Auftreten eines Überschuldungsmerkmals bis zu seinem Abschluss nach Restschuldbefreiung und Löschung der Eintragungen bei den Auskunfteien dauert durchschnittlich 13 Jahre.
- Jeder zehnte Ratsuchende in Schuldnerberatungsstellen ist selbstständig. Selbstständige Überschuldete haben durchschnittlich 89.998 Euro Schulden.
- Arbeitslosigkeit ist der häufigste Überschuldungsauslöser. Die seit 2008 wieder steigende Arbeitslosenquote ließ sich bereits im ersten Quartal 2009 an den Frühindikatoren der Überschuldeten ablesen. Es ist daher spätestens Anfang des Jahres 2010 mit einer steigenden Anzahl von Überschuldeten zu rechnen.
- Die durchschnittliche Schuldenhöhe beträgt 33.338 Euro und verteilt sich auf 18 Forderungen. Wichtigste Gläubiger sind die Banken und die öffentliche Hand.
- In einem Drittel der überschuldeten Haushalte leben minderjährige Kinder, 1,5-mal so viel wie im deutschen Durchschnittshaushalt.
Den iff-Überschuldungsreport 2009 können Sie hier herunterladen.
Schuldenbarometer 1. Halbjahr 2009
Bei den Privatinsolvenzen, Haftanordnungen und eidesstattlichen Versicherungen zeigen sich nach der Analyse "Schuldenbarometer 1. Halbjahr 2009" große regionale sowie alters- und geschlechtsspezifische Unterschiede. Im Vergleich zum 1. Quartal nahm die Überschuldung der Verbraucher im 2. Quartal 2009 um 1,75 Prozent zu.
Datengrundlage Quelle: Bürgel Wirtschaftsinformationen
Schwerpunkte
- regionale Unterschiede
- Unterschiede bei den Altersgruppen
- Ausblick
Ergebnissauswahl
Insgesamt meldeten 61.517 Bundesbürger im 1. Halbjahr 2009 Verbraucherinsolvenz an, das sind 75 je 100.000 Einwohner. Ein Vergleich der ersten beiden Quartale 2009 zeigt einen Anstieg der Privatinsolvenzen von 30.491 auf 31.026 (plus 1,75 Prozent). Damit ist ein mehrjähriger Abwärtstrend gebrochen. Die Zahl der Privatinsolvenzen fällt je nach Bundesland sehr unterschiedlich aus.
Spitzenreiter im 1. Halbjahr 2009 ist Bremen mit 139 Pleiten auf 100.000 Einwohner. Auch Niedersachsen (109 je 100.000 Einwohner) und Schleswig-Holstein (108 je 100.000 Einwohner) meldeten überdurchschnittlich viele Privatinsolvenzen. Die wenigsten Verbraucherinsolvenzen gab es mit 45 Pleiten je 100.000 Einwohner in Thüringen.
58,5 Prozent (36.008) aller Privatinsolvenzen im 1. Halbjahr 2009 wurden von männlichen Bundesbürgern angemeldet. Der Trend, dass Männer häufiger von der Privatinsolvenz betroffen sind, gilt mit einer Ausnahme für alle Altersgruppen: Bei den unter 25-Jährigen ist der Anteil der Frauen mit 55,3 Prozent (1.636) höher als der Anteil der insolventen Männer (1.325). Am stärksten sind mit 32,48 Prozent (19.982) die Altersgruppe der 46- bis 60- Jährigen sowie die Altersgruppe der 36- bis 45-Jährigen (32,22 Prozent/19.818) von privater Insolvenz betroffen. In der jüngsten Altersgruppe der 18- bis 25 Jährigen ist bei einem Vergleich der ersten beiden Quartale ein deutlicher Anstieg der Privatinsolvenzen von 28 Prozent (1. Quartal: 1299; 2. Quartal: 1622) zu beobachten.
Der Anstieg der Privatinsolvenzen im 2. Quartal 2009 stützt die Prognose der Wirtschaftsauskunftei Bürgel, dass auf Grund der wirtschaftlichen Entwicklung, steigender Firmeninsolvenzen und Arbeitslosenzahlen, auf Gesamtjahressicht mit einer Zunahme der Privatinsolvenzen auf bis zu 140.000 Fälle gerechnet werden muss.

Schuldenbarometer 1. Quartal 2009
Bei den Privatinsolvenzen zeigen sich bundesweit nach einer Analyse der Wirtschaftsauskunftei Bürgel große regionale Unterschiede. Trotz des derzeitigen Rückgangs der Überschuldung von Verbrauchern wird für das laufende Jahr und 2010 eine deutliche Zunahme privater Pleiten erwartet.
Datengrundlage
Quelle: Bürgel Wirtschaftsinformationen
Schwerpunkte
- regionale Unterschiede
- Unterschiede bei den Altersgruppen
- Ausblick
Ergebnissauswahl
Insgesamt meldeten 30.491 Bundesbürger im ersten Quartal Privatinsolvenz an, das sind 37 Personen je 100.000 Einwohner. Im Vergleich zum vierten Quartal des Vorjahres bedeutet das einen Rückgang um 7,5 Prozent. Allerdings fällt die Zahl der Privatinsolvenzen je nach Bundesland sehr unterschiedlich aus. Verbraucher der nördlichen Bundesländer sind deutlich stärker von Privatinsolvenzen betroffen als Verbraucher aus dem Süden.
Spitzenreiter ist Bremen mit 71 Pleiten auf 100.000 Einwohner, im Vergleich zum vierten Quartal 2008 ein Anstieg um 37,32 Prozent. Auf den nächsten Plätzen folgen Niedersachsen und Schleswig-Holstein mit je 55 Pleiten. Am seltensten nahmen die Thüringer das Insolvenzgericht in Anspruch (21 je 100.000), eine Abnahme um 38,19 Prozent.
Am stärksten sind die Altersgruppen der 46- bis 60-Jährigen (33,92 Prozent/10.344 Personen) sowie der 36- bis 45-Jährigen (31,82 Prozent/9.702 Personen) von Pleiten betroffen. 58,5 Prozent aller Bundesbürger, die Verbraucherinsolvenz anmelden, sind männlich. Die Wirtschaftskrise wird mit Verzögerung auch auf die Privatinsolvenzen durchschlagen. Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit sind Hauptauslöser für die Überschuldung von Privatpersonen. Im ersten Quartal 2009 stieg der Zahlungsverzug der Verbraucher bereits an, Unternehmen müssen länger auf ihr Geld warten. 2009 müsse mit einer Zunahme von Verbraucherinsolvenzen auf mehr als 140.000 Fälle gerechntet werden.
4,7 Mio. Haushalte mit Zahlungsproblemen
Der durch die Finanzkrise ausgelöste wirtschaftliche Abschwung wird zunehmend auch für die Verbraucher spürbar.
Köln (ots) - Der durch die Finanzkrise ausgelöste wirtschaftliche Abschwung wird zunehmend auch für die Verbraucher spürbar: 13 Prozent der deutschen Haushalte berichten, dass sich ihre finanzielle Lage in den vergangenen Monaten "stark verschlechtert" hat. 12 Prozent (4,7 Mio.) sind den eigenen Angaben zufolge mit ihren Zahlungsverpflichtungen bereits konkret in Rückstand geraten.
Weitere 22 Prozent der Haushalte schaffen es nur "in einem ständigen Kampf", ausstehende Rechnungen zu begleichen und ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Zwei Drittel der Bevölkerung spüren noch keine Auswirkungen der Finanzkrise auf ihre eigene finanzielle Situation.
Dies zeigt die aktuelle Ausgabe des vierteljährlichen "Schulden-Monitor" des Marktforschungs- und Beratungsinstituts YouGovPsychonomics AG. 1.200 bundesdeutsche Haushalte wurden im Februar repräsentativ zu ihrer aktuellen Finanzsituation befragt.
Mittlerweile hat demnach rund jeder dritte Haushalt (35%) in starkem Maße den Eindruck, dass es immer schwieriger wird, den bisherigen Lebensstandard aufrecht zu erhalten. In der Altersgruppe der über 55-Jährigen liegt dieser Anteil bereits bei 41 Prozent, bei den Bundesbürgern mit einem monatlichen Haushalts-Nettoeinkommen von unter 1.500 Euro sogar nahezu bei der Hälfte (47%). Lediglich ein Drittel der deutschen Haushalte (37%) beurteilt ihre aktuelle Finanzsituation der Studie zufolge als "gut" oder besser, jeder vierte (24%) hingegen ausdrücklich als "schlecht" ("mittelmäßig": 40%).
Hinzu kommen eher düstere Zukunftsaussichten: Fast jeder vierte Haushalt (23%) erwartet eine weitere Verschlechterung ihrer finanziellen Lage. Verbunden sind diese negativen Erwartungen häufig mit der Angst vor einer drohenden Arbeitslosigkeit innerhalb der nächsten sechs Monate; insbesondere in Haushalten mit niedrigen Einkommen und geringer beruflicher Qualifikation.
Energiekosten als zusätzlicher Belastungsfaktor
Zusätzlich belasten die Haushalte trotz gesunkener Benzinpreise immer noch die insgesamt gestiegenen Energiekosten. Bei den Preisen für Gas, Heizöl und Strom berichten 76 Prozent von Preissteigerungen in den letzten Monaten. Preisreduktionen auf den internationalen Energiemärkten sind demnach immer noch nicht von allen Versorgern an die Verbraucher weitergegeben worden. Insbesondere Stromanbieter verharren derzeit weitgehend auf höheren Preisen, obwohl die Strompreise an der EEX-Strombörse seit Mitte 2008 um über 30 Prozent gesunken sind. Immerhin haben aber einige Gasanbieter, zumeist Stadtwerke, ihren Kunden bereits zum 1. März 2009 eine Preisreduktion gewährt.
"Auch wenn die 'gefühlte' Entwicklung der Finanzsituation negativer ausfällt als die tatsächliche, geben die zunehmenden Zahlungsschwierigkeiten und finanziellen Engpässe vieler Haushalte großen Anlass zur Besorgnis", kommentiert Dr. Oliver Gaedeke, Finanzmarktforschungsexperte bei der YouGovPsychonomics AG.
Über die Studie
Die Tracking-Studie "Schulden-Monitor" von YouGovPsychonomics analysiert in vierteljährlichen Repräsentativbefragungen regelmäßig die aktuelle Finanzlage und Verschuldungssituation deutscher Haushalte. Neben der Untersuchung der aktuellen Finanzsituation (inklusive Art und Anzahl laufender Kredite und Finanzierungen mit Restschuld und Laufzeit) werden in den Haushalten jeweils auch ein Ausblick auf den nächsten Monat (z.B. geplante Aufnahme von Haushaltskrediten) sowie die Arbeitsplatzsicherheit in den nächsten 6 Monaten untersucht.
Weniger junge Schuldner
Jüngere Menschen haben sich in 2008 seltener verschuldet. Der Anteil der Schuldner bis 25 Jahre sank um 0,9 Prozentpunkte auf 7,7 Prozent und erreicht damit den tiefsten Stand seit 1997. Zu diesem Ergebnis kommt die Schuldnersozialstrukturstudie der EOS-Gruppe.
Schuldnersozialstrukturstudie
Studie zu Lebensumständen
Seit 1996 analysiert EOS die Vermögensverhältnisse, persönliche Lebensumstände und sozialer Status der Kunden von EOS Kunden. EOS befragte 1240 Personen, die 2008 ihre Rechnungen trotz mehrfacher Mahnungen oder Vollstreckungstitel nicht oder nicht vollständig beglichen hatten.
Aktuelles Ergebnis 2008: Anteil junger Schuldner in 2008 gesunken

Jüngere Menschen haben sich in 2008 seltener verschuldet. Der Anteil der Schuldner bis 25 Jahre sank um 0,9 Prozentpunkte auf 7,7 Prozent und erreicht damit den tiefsten Stand seit 1997. Klaus Engberding, als Geschäftsführer der EOS Gruppe verantwortlich für den Bereich Deutschland, begründet die Entwicklung: „In dieser Altersgruppe machte sich die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt am stärksten bemerkbar.“
Der Anteil der Sozialschwachen unter den bis zu 25-jährigen Schuldnern ging um 7,3 Prozentpunkte auf 51,6 Prozent zurück. Als sozial schwach gelten Bezieher von Arbeitslosen- und Sozialgeld, Arbeitssuchende ohne finanzielle Unterstützung und Inhaftierte. Aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung rechnet Engberding für 2009 mit einer Umkehrung des positiven Trends und einer Verschärfung der gesamtwirtschaftlichen Situation. Engberding: „Die Veränderungen der Wirtschaftssituation spiegeln sich häufig erst mit einigen Monaten Verzögerung in der Entwicklung der Erwerbslosenzahlen wider.“
Gesamtzahl der sozial schwachen Schuldner steigt wieder
Ein weiteres Ergebnis der Schuldnersozialstrukturstudie: Der Anteil sozial schwacher Schuldner stieg in 2008 wieder, nachdem er 2007 erstmals seit fünf Jahren rückläufig war. Der Wert wuchs im vergangenen Jahr um 0,7 Prozentpunkte auf 53,5 Prozent. Damit liegt er unter dem Höchstwert von 54,5 Prozent in 2006. Während in der Region Ost ein Rückgang des Anteils der sozial schwachen Schuldner gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen ist (um 0,9 Prozentpunkte auf 58,7 Prozent), steigt die Quote in der Region West um 2,8 Prozentpunkte auf 48 Prozent.
Gestiegene Vermögensungleichheit in Deutschland
Das DIW Berlin hat im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung die Vermögensunterschiede in Deutschland untersucht: Zwischen 2000 und 2007 hat die Ungleichheit der Vermögensverteilung in Deutschland stark zugenommen. Auch sind dabei die Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland gewachsen.
Datengrundlage
Die Ergebnisse beruhen auf einem von der Hans-Böckler-Stiftung geförderten Forschungsvorhaben zur Vermögensverteilungsrechnung. Empirische Grundlage sind die vom DIW Berlin in Zusammenarbeit mit Infratest Sozialforschung erhobenen Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) aus 2002 und 2007.
Ergebnisausschnitt
Zum Jahresbeginn 2007 betrug das individuelle Nettovermögen in Deutschland im Durchschnitt rund 88 000 Euro und ist damit seit 2002 um rund zehn Prozent gestiegen. Maßgeblich dafür war die Zunahme des Geldvermögens sowie der Vermögen aus privaten Versicherungen. Rund zwei Drittel der Bevölkerung ab 17 Jahren verfügten über kein oder nur ein sehr geringes Geld- und Sachvermögen. Insgesamt hat die Vermögensungleichheit in Deutschland seit 2002 weiter zugenommen. So haben sich die bereits 2002 bestehenden Vermögensunterschiede zwischen West- und Ostdeutschland vergrößert, wozu vor allem die sinkenden Marktwerte von Immobilien in Ostdeutschland beigetragen haben. Die Reformen der gesetzlichen Alterssicherungssysteme erfordern eine Stärkung der privaten und betrieblichen Altersvorsorge. Hier kommt der privaten Vermögensbildung durch Investition in selbstgenutztes Wohneigentum und regelmäßige Spartätigkeit – auch staatlich gefördert – eine besondere Bedeutung für die Lebensstandardsicherung nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben zu.
Die Studie finden Sie im Wochenbericht Nr. 4/2009 des DIW Berlin. Die Pressemitteilung zur Veröffentlichung der Studie finden Sie hier.
Insolvenzen, Neugründungen und Löschungen
Die Creditreform Wirtschaftsforschung veröffentlicht zweimal im Jahr die Studie „Insolvenzen, Neugründungen und Löschungen“. Anfang Dezember 2008 wurde die Jahresausgabe 2008 veröffentlicht.
Datengrundlage
Als Analysebasis dient unter anderem die Creditreform-Datenbank.
Schwerpunkte
Die jeweils zum Ende eines Halbjahres erscheinende Untersuchung befasst sich hauptsächlich mit Unternehmensinsolvenzen in Deutschland. Es wird jedoch auch die Entwicklung der privaten Überschuldung und der Verbraucherinsolvenzen dargestellt.
Ergebnisausschnitte
Im Jahr 2008 stiegen zum ersten Mal seit 2003 die Unternehmensinsolvenzen wieder an. Die Verbraucherinsolvenzen dagegen verzeichnen – zum ersten Mal seit Einführung der neuen Insolvenzordnung – eine Abnahme: 2008 waren es 98.500 Privatpersonen (Vorjahr: 105.300). Die Creditreform weist jedoch darauf hin, dass dies eher auf eine Verschlechterung des Schuldnerberatungsangebots zurückzuführen ist und nicht auf eine Verbesserung der allgemeinen Situation – denn hinter den Insolvenzschuldnern stehen weitere knapp 6,9 Überschuldete, die für einen Antrag auf Restschuldbefreiung in Frage kommen könnten.
Für die kommenden beiden Jahre rechnet die Creditreform mit einer „neuen Überschuldungswelle“. Ausgehen wird diese vom Wiederanstieg der Arbeits- und Beschäftigungslosenzahlen infolge eines zu erwartenden Nullwachstums oder einer möglichen Rezession in Deutschland und Europa.
Die aktuelle Studie „Insolvenzen, Neugründungen und Löschungen“ und weiterführende Informationen finden Sie hier. Den Pressebericht zur Veröffentlichung finden Sie hier.
Ebenso können Sie sich über die Privatinsolvenzen in Deutschland beim Statistischen Bundesamt informieren.
Schulden-Kompass 2008
Der Schulden-Kompass informiert seit 2003 über die Entwicklung der privaten Überschuldung in Deutschland. Die Gefahr einer Überschuldung ist in Deutschland regional unterschiedlich stark ausgeprägt.
Datengrundlage
Die Analysen für die Ver- und Überschuldungsforschung basieren auf den Daten des Schufa-Gesamtdatenbestands, der rund 433 Millionen Informationen von 65 Millionen Bürgern umfasst.
Schwerpunkte
Der Schulden-Kompass legt den Fokus auf folgende Themen:
- Schätzung der Zahl der betroffenen Personen und Haushalten
- Prognose für die Entwicklung kritischer Anzeichen der privaten Überschuldung
- Dynamik der Überschuldungssituation (Gibt es nicht nur Wege in die Überschuldung , sondern auch aus der Überschuldung heraus)
- Bankenmäßige Verschuldung in Form von Ratenkrediten
- Analyse zwischen Einkommen, Haushaltstypen und Überschuldungsgefahr
- Regionale Besonderheiten
Ergebnisausschnitt
Wie bereits in den vorherigen Jahren zeigt sich tendenziell ein Nord-Süd-Gefälle: Somit herrscht die höchste Gefahr bei Konsumenten in Berlin, vor Bremen und Sachsen-Anhalt. Am wenigsten betroffen sind Konsumenten aus Baden-Württemberg, Bayern und Hessen. Allerdings gibt es innerhalb der Länder große Unterschiede.
Trotz der Finanzkrise geht die Schufa nicht davon aus, dass im kommenden Jahr mehr Privathaushalte Pleite gehen als 2008. Auf Grund des umsichtigen Handelns von Kreditgebern und –nehmern sei keine kritische Entwicklung zu erwarten. Die durchschnittliche Ausfallquote von Konsumentenkrediten in Deutschland ist seit Jahren stabil und beträgt 2,5 Prozent. Die Anzahl der überschuldeten Privathaushalte bewege sich ebenfalls auf einem konstanten Niveau von 2,8 Millionen Haushalten.
Durchschnittlich waren die Bürger in Deutschland 2007 mit 8.087 Euro verschuldet (2006: 8087 Euro). Die 40-44-Jährigen sind mit durchschnittlich 8.983 Euro am stärksten betroffen. Allerdings haben bereits auch die 18-19-Jährigen durchschnittlich schon 3.262 Euro Schulden. Die häufigsten Kreditausfälle gibt es in der Gruppe der 25-29-Jährigen mit 3,3 Prozent. Je älter die Konsumenten werden, desto größer ist die Chance, dass sie ihre Konsumentenkredite auch zurückzahlen.
Die komplette Studie finden Sie hier.
SchuldnerAtlas Deutschland 2008
Der SchuldnerAtlas Deutschland der Creditreform Wirtschaftsforschung, microm und CEG untersucht im sechsten Jahr in Folge, wie sich die Überschuldung privater Verbraucher innerhalb Deutschlands verteilt und entwickelt.
Schwerpunkte
Der SchuldnerAtlas 2008 behandelt u.a. folgende Themen:
- Entwicklung der Überschuldung 2004 bis 2008
- Überschuldung nach Bundesländern, nach Kreisen und Kreisfreien Städten
- Überschuldung von Verbrauchern im internationalen Vergleich
- Überschuldungsrisiken im konjunkturellen Umfeld
Ergebnisausschnitt
- Die private Überschuldung hat in Deutschland spürbar abgenommen. Zum Stichtag 1. Oktober 2008 wurde eine Schuldnerquote von 10,11 Prozent (Vorjahr: 10,85 Prozent) ermittelt. Knapp 6,9 Millionen Bürger über 18 Jahre sind somit überschuldet oder weisen zumindest nachhaltige Zahlungsstörungen auf. Die Anzahl der überschuldeten Personen ist um 6,4 Prozent oder 470.000 Schuldner gesunken.
- Die Schuldnerquote liegt 2008 in den neuen Bundesländern (10,30 Prozent, ohne Berlin) nur noch geringfügig höher als im Westen Deutschlands (10,07 Prozent). Zudem hat die Überschuldung im Osten Deutschlands stärker abgenommen als im Westen. Insgesamt sind in den neuen Bundesländern 1,17 Millionen Personen überschuldet, im Westen sind es 5,7 Millionen.
- Die Insolvenzstatistiken zeigen 2008 erstmals seit Einführung des Verbraucherinsolvenzverfahrens 1999 / 2001 einen Rückgang der Privatinsolvenzen. Die Gründe hierfür liegen aber weniger in einem realen Rückgang des Bedarfs als vielmehr in der fortdauernden Überlastung der Schuldnerberatungsstellen und Kürzungen bei den Beratungsmaßnahmen.
- Ein direkter Vergleich mit den Überschuldungsdaten in den USA und Großbritannien zeigt, dass Überschuldung in den USA sehr viel stärker verbreitet ist. Für Großbritannien kann davon ausgegangen werden, dass die Überschuldung im Gegensatz zur Bundesrepublik 2008 nicht zurückgegangen ist und auch 2009 weiter und stärker steigen wird als in Deutschland.
- Es ist zu befürchten, dass es – basierend auf dem Wiederanstieg der Arbeitslosenzahlen – in den nächsten zwei Jahren in Deutschland zu einer neuen Überschuldungswelle kommen wird. Hauptursache dafür werden die konjunkturellen Folge- und Nebenwirkungen der globalen Finanzkrise sein.
Den SchuldnerAtlas 2008 finden Sie hier. Die detaillierte Schuldnerquote für Deutschland nach Kreisen und kreisfreien Städten finden Sie hier.
Mehr Ungleichheit trotz Wachstum? Einkommensverteilung und Armut in OECD-Ländern
Beim Vergleich der Mitgliedstaaten der OECD ist auffällig, dass in Deutschland seit 2000 Einkommensungleichheit und Armut stärker zugenommen haben als in jedem anderen OECD-Land. Der Anstieg zwischen 2000 und 2005 war höher als in den gesamten vorherigen 15 Jahren (1985 – 2000).
Datengrundlage Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sammelt statistische Daten ihrer Mitgliedsstaaten. Die hier eingeflossenen Zahlen über Einkommensverteilung und Armut erstrecken sich zum ersten Mal auf alle 30 OECD-Länder zum Stand von Mitte der 2000er Jahre.
Schwerpunkte
Die Studie der OECD will u.a. Antworten auf die folgenden Fragen liefern:
- Ist die Einkommensungleichheit gestiegen?
- Wer sind die Gewinner und wer die Verlierer in diesem Prozess?
- Sind alle OECD-Länder gleichermaßen von dieser Entwicklung betroffen?
- Wie wirkt sich die staatliche Umverteilung auf diese Trends aus?
Ergebnisausschnitt
- Die steigende Ungleichheit ist arbeitsmarktbedingt. Einerseits nahm die Spreizung der Löhne und Gehälter seit 1995 nach einer langen Periode der Stabilität drastisch zu. Andererseits erhöhte sich die Anzahl der Haushalte ohne jedes Erwerbseinkommen auf 19% – den höchsten Wert innerhalb der OECD.
- Ebenso ist der Anstieg der Ungleichheit auf Änderungen in der Haushaltsstruktur zurückzuführen, wie etwa die Zunahme von Single-Haushalten und Alleinerziehenden.
- Trotz anhaltender staatlicher Umverteilung durch Steuern und Transfers erhöhte sich die Kluft zwischen reich und arm. Transfers sind weniger auf Personen mit geringeren Einkommen zielgerichtet als in anderen Ländern.
- 2005 waren mehr Erwachsene und Kinder einkommensarm als 1985 – d.h. diese lebten in einem Haushalt mit weniger als 50% des deutschen Medianeinkommens. Die Gesamtarmutsrate stieg von 6% auf 11%, jene der Kinder von 7% auf 16%. Andererseits blieb die Armutsrate älterer Menschen während dieses Zeitraums stabil, bei etwa 7% für 66-74jährige und 11% für jene über 75 Jahren.
- Langzeitarmut (Armut während drei und mehr Jahren) ist hingegen ein Phänomen, das in Deutschland seltener als in anderen Ländern auftritt: etwa 2-3% der Bevölkerung sind davon betroffen, ein Prozentsatz, der der Hälfte dem OECD-Durchschnitt entspricht. Ebenso ist das Niveau der Entbehrung von Grundbedürfnissen (Haushaltsgüter, Freizeit, oder zufriedenstellende Wohnsituation) in Deutschland niedriger als in den meisten anderen Ländern.
- Deutschland rangiert im Mittelfeld von ausgewählten OECD-Ländern, was das Ausmaß sozialer Mobilität betrifft: das Einkommensniveau der Eltern während der Kindheit hat in Deutschland einen geringeren Einfluss auf das eigene spätere Einkommen als in weniger mobilen Ländern wie Italien, Großbritannien oder den Vereinigten Staaten, aber einen größeren Einfluss als in Australien oder Dänemark.
- Der berufliche Status der Eltern determiniert Bildungserfolge der Kinder. Studenten, deren Eltern einen hohen Status genießen, erreichen PISA Niveaus, wie sie in Finnland zu finden sind. Jene, deren Eltern einen niederen Status haben, erreichen PISA Niveaus wie in Mexiko oder der Türkei.
Eine deutsche Zusammenfassung der Studie können Sie hier herunterladen.
Statistisches Bundesamt: Überschuldung privater Personen und Verbraucherinsolvenzen
Das Statistische Bundesamt und die Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände haben aktuelle Zahlen aus den Schuldnerberatungen vorgestellt. Demnach wird 2008 die Gesamtzahl der Privatinsolvenzen vermutlich auf unter 100.000 fallen.
Datengrundlage 212 von insgesamt rund 950 deutschen Schuldnerberatungsstellen beteiligten sich 2007 an der Überschuldungsstatistik des Statistischen Bundesamtes. Sie stellten anonymisierte Angaben von rund 57 000 überschuldeten Personen mit deren Einverständnis bereit.
Schwerpunkte
Aufgrund der Ergebnisse aus den Schuldnerberatungen wurden Aussagen zur Zahl der Privatinsolvenzen, zu den Auslösern der Überschuldung, zu sozioökonomischen Strukturen, zu Zahl und Art der Gläubiger und zu den Einkommen getroffen.
Ergebnisausschnitt
Arbeitslosigkeit ist in Deutschland der häufigste Auslöser für private Überschuldung. Im Jahr 2007 wurde sie von knapp 30% der in Schuldnerberatungsstellen beratenen Personen als Hauptgrund genannt. Auch andere Ereignisse wie zum Beispiel Trennung, Scheidung sowie Tod des Partners oder der Partnerin (14%), Erkrankung, Sucht oder Unfall (10%) führten zu kritischen finanziellen Situationen.
Bei mehr als der Hälfte der überschuldeten Personen (56%) lag 2007 das monatliche Nettoeinkommen unter 900 Euro und damit unter der Pfändungsfreigrenze, die derzeit 990 Euro beträgt. Bei den alleinstehenden Frauen und Männern mussten sogar fast drei Viertel der überschuldeten Personen mit einem Nettoeinkommen unter 900 Euro auskommen. Nur rund 3% aller überschuldeten Personen hatten Einkünfte von mehr als 2 000 Euro pro Monat. Zusammen mit den Einkünften der übrigen Haushaltsmitglieder verfügten überschuldete Personen 2007 über ein monatliches Nettoeinkommen von durchschnittlich 1 165 Euro. Über ein Drittel davon mussten sie für das Wohnen aufwenden, so dass für den übrigen Lebensunterhalt nur noch rund 750 Euro zur Verfügung standen.
Das Überschuldungsproblem betrifft nicht ausschließlich soziale Randgruppen, sondern dehnt sich auf weite Bevölkerungsschichten aus. Verschuldungsprozesse, die in Überschuldung münden, kommen in allen sozialen Schichten vor.
Die Studie des Statistischen Bundesamtes und der Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung können Sie hier herunterladen.
DIW Berlin: Armutsrisiko ist zurückgegangen und Einkommensungleichheit sinkt
Die relativ niedrige Arbeitslosigkeit beeinflusst auch das Armutsrisiko in Deutschland: 2007 ist es erstmals seit 10 Jahren zurückgegangen. Außerdem hat die Lohnspreizung nicht weiter zugenommen. Dies geht aus zwei Studien des DIW Berlin hervor, die auf Daten des Sozio-oekonomischen Panels von 2007 basieren.
Datengrundlage
Das DIW Berlin untersucht mit den beiden veröffentlichten Studien eingehend die Einkommensverteilung, das Armutsrisiko und den Niedriglohnsektor in Deutschland, auf Grundlage der Daten des Sozio-oekonomischen Panels SOEP, einer seit 25 Jahren laufenden Langzeitbefragung von mehr als 10.000 Haushalten. Die aktuellen Daten beziehen sich auf die neueste auswertbare, 2007 durchgeführte Befragung, bei der die Einkommensverhältnisse des Jahres 2006 erhoben wurden.
Schwerpunkte
Die Studie „Niedrigere Arbeitslosigkeit sorgt für weniger Armutsrisiko und Ungleichheit“ untersucht den Zusammenhang von Arbeitslosigkeit und Armutsrisiko. Von einem Armutsrisiko sprechen Wissenschaftler und auch die EU-Kommission bei Haushalten, die über weniger als 60 Prozent des mittleren Haushaltsnettoeinkommens verfügen. Für eine alleinstehende Person lag diese Grenze 2007 bei weniger als 890 Euro. Für ein Paar mit zwei Kindern lag der Betrag 2007 bei 1.871 Euro im Monat.
Die Studie „Jahrelanger Trend zunehmender Lohnspreizung gestoppt“ konzentriert sich auf die Ungleichheit der Arbeitnehmereinkünfte, die seit Mitte der 1990er Jahre stetig zugenommen hat, wovon insbesondere der jahrelang wachsende Niedriglohnsektor betroffen war.
Ergebnisausschnitt
Die „Armutsrisikoquote“ ging im Jahr 2006 von 18% auf 16,5% zurück. Dies entspricht einem Rückgang um über eine Million Menschen, bei denen ein Armutsrisiko besteht. Dennoch lag die Quote noch deutlich höher als zu Beginn der 1990er Jahre, als sie rund 13% betrug. Während der Anteil der über einen längeren Zeitraum Betroffenen auf hohem Niveau verharrt, sind deutlich weniger Menschen neu unter die Einkommensgrenze gerutscht, unterhalb derer von einem Armutsrisiko gesprochen wird. Der wichtigste Faktor für das Armutsrisiko ist Arbeitslosigkeit: Je stärker ein Haushalt von Arbeitslosigkeit betroffen ist (gemessen an der Zahl der Monate in Arbeitslosigkeit), desto größer ist das Armutsrisiko.
Das Dauerarmutsrisiko jedoch ist laut den Ergebnissen weiterhin hoch – bei der Anzahl Menschen also, die in mindestens zwei aufeinander folgenden Jahren unter Armutsrisiko leben, gab es keine Veränderung. „Wer das Armutsrisiko reduzieren will, muss Arbeitslosigkeit vermeiden und deshalb an den Arbeitsmarktreformen festhalten. Von Langzeitarbeitslosigkeit wiederum sind vor allem Menschen ohne Schul- oder Berufsabschluss betroffen: Hier müssen wir ansetzen, wenn wir eine nachhaltige Wirkung erzielen wollen.“ so DIW-Präsident Prof. Dr. Klaus F. Zimmermann.
Der Trend der zunehmenden Lohnspreizung wurde im jüngsten konjunkturellen Beschäftigungsaufbau, der im Frühjahr 2006 einsetzte, unterbrochen. Dabei zeigen sich regionale Unterschiede: Bei den Arbeitnehmern in den alten Bundesländern hat die Lohnungleichheit nicht weiter zugenommen, während sie in Ostdeutschland sogar zurückging. Und erstmals seit vielen Jahren hat der Niedriglohnsektor nicht weiter an Bedeutung gewonnen – der Anteil der Arbeitnehmer in diesem Sektor blieb zwischen 2006 und 2007 konstant.
Die Einkommen der Haushalte in Deutschland haben sich allerdings von 1992 bis 2007 nur leicht erhöht. So stiegen die Haushaltsnettoeinkommen in diesem Zeitraum preisbereinigt um lediglich 11%, von 17.009 Euro auf 18.932 Euro – vor allem auf Grund der hohen Teuerung.
Die Pressemitteilung des DIW Berlin finden Sie hier. Den Wochenbericht 38/2008 des DIW, in dem die beiden Studien erschienen sind, können Sie hier herunterladen.
Erlanger Kaufsuchtstudie
„Mit unserer Studie konnten wir in Deutschland erstmals eine wirksame Therapie gegen Kaufsucht wissenschaftlich nachweisen“, sagte Studienleiterin Dr. Astrid Müller. Nahezu jedem zweiten Patienten konnte mit einer speziellen Therapie geholfen werden, das exzessive Kaufverhalten in den Griff zu bekommen
Datengrundlage
Das an der University of North Dakota (USA) entwickelte und in Erlangen erstmals für Deutschland umfassend getestete ambulante Gruppen-Therapiemodell wurde von November 2003 bis Mai 2007 an insgesamt 51 Frauen und 9 Männern im Alter zwischen 20 und 61 Jahren angewendet. Um den Erfolg der Therapie nachzuweisen, nahmen die Patienten an Fragebogenuntersuchungen und psychologischen Interviews teil.
Schwerpunkte
Der kulturspezifische Verhaltensexzess „pathologisches Kaufen“ (Kaufsucht) ist meistens ein langjähriges, heimliches Leiden, das bei den Betroffenen und ihren Angehörigen zu einem enormen Leidensdruck führt. „Obwohl in den alten Bundesländern rund acht Prozent und in den neuen Bundesländern sechs Prozent der Bürger als „stark kaufsuchtgefährdet“ eingestuft werden können, wird das Problem immer noch übersehen oder bagatellisiert“, sagte Studienleiterin Dr. Müller aus der Psychosomatischen und Psychotherapeutischen Abteilung am Universitätsklinikum Erlangen. Studien würden zeigen, dass prinzipiell alle Bevölkerungs- und Einkommensschichten betroffen sind. Jüngere Menschen scheinen gefährdeter zu sein als ältere, Frauen eher als Männer.
Ergebnisausschnitt
Das Spektrum der Kaufsucht sei dabei weit gestreut. Betroffene hätten von täglichen Kaufattacken, vom Kauf spezieller oder mehrfach gleicher Artikel oder nutzloser Dinge berichtet. Generell würden kaufsüchtige Frauen eher Kleidung, Schuhe, Kosmetik, Lebensmittel und Haushaltsgeräte favorisieren. Männer hingegen eher moderne Technikartikel, Sportgeräte, Autozubehör und Antiquitäten. Meistens würden die gekauften Dinge nicht benutzt, sondern gehortet, an nahe Bezugspersonen verschenkt oder einfach vergessen. „In der Regel geht es um das Lusterleben während des Kaufaktes. Schon beim Bezahlen treten schlechtes Gewissen und Schuldgefühle auf. Die Betroffenen können sich nach dem Kauf meistens nicht mehr über die erstandenen Waren freuen. Manchmal scheinen die Betroffenen auch die durch Kaufsituationen entstandenen Kontakte zum Verkaufspersonal zu genießen“, erläuterte Dr. Müller. Die exzessiven Einkäufe führen zu immensen Schulden und oft sogar zu Strafverfahren. „Angesichts der stark wachsenden Kaufsuchtgefährdung in Deutschland müssen dringend wirksame Behandlungsangebote angeboten und von den Krankenkassen finanziert werden“, forderte die Erlanger Psychologin.
Weitere Infos: http://www.psychosomatik.uk-erlangen.de
14 Handlungsempfehlungen und Erfahrungsberichte von drei Betroffenen können Sie hier herunterladen.
iff-Überschuldungsreport 2008
Für den iff Überschuldungsreport 2008 wurden die Daten von fast 10.000 überschuldeten Haushalten aus ganz Deutschland ausgewertet. Aufgrund der hohen Fallzahl werden belastbare Aussagen und Hochrechnungen auf die Bevölkerung insgesamt möglich.
Datengrundlage
Die Erhebungsbasis konnte 2008 noch einmal erheblich ausgeweitet werden. In die Auswertung wurden 9.159 Fälle aus neun Beratungsstellen einbezogen. Von den neun Beratungsstellen befanden sich fünf in den alten und vier in den neuen Bundesländern.
Schwerpunkte
Es ist erschreckend, wie sehr die Sorge für abhängige Kinder bei getrennt lebenden Eltern die Armut und Überschuldung bei beiden wahrscheinlicher macht. Dass Eltern ihren Kindern in dieser Konstellation oft nicht ein Aufwachsen in sorgloser wirtschaftlicher Sicherheit bieten können, ist besonders bedrückend. Der Report zeigt, dass Überschuldung zwar individuell überraschend, aber hinsichtlich bestimmter Bevölkerungsgruppen nicht ohne Wahrscheinlichkeit eintritt, und zudem einem typischen Ablauf folgt. Die Studie zeigt weiter, dass Überschuldung in vielen Fällen nichts mit Verschwendung, sondern mit Armut und mangelnder Teilhabemöglichkeit am gesellschaftlichen Wohlstand zu tun hat und ihrerseits die wirtschaftliche Isolation weiter verstärkt.
Ergebnisausschnitt
80 % der Überschuldeten sind arm. Temporäre Armut ist in den meisten Fällen die Voraussetzung für den Eintritt der Überschuldung. Arbeitslosigkeit und Trennung sind in fast 50 % der Fälle die Überschuldungsauslöser. Überschuldung betrifft besonders die Zeit der Haushaltsgründung und des Karrierebeginns, vor allem Haushalte mit minderjährigen Kindern sind betroffen. Nach der Hochrechnung ist mehr als jeder fünfte Alleinerziehendenhaushalt mit minderjährigen Kindern in Deutschland überschuldet. Immer noch jeder 5. Überschuldete hat 2007 kein eigenes Girokonto gehabt.
Den iff-Überschuldungsreport von 2008 können Sie hier herunterladen.
3. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung
Der Armuts- und Reichtumsbericht beschreibt die Risiken für Armut und soziale Ausgrenzung in verschiedenen Lebenslagen und setzt die 2001 begonnene Bestandsaufnahme der sozialen Lage in Deutschland fort.
Datengrundlage
Im Bericht werden Ergebnisse aus der europaweit durchgeführten Gemeinschaftsstatistik über Einkommen und Lebensbedingungen „Leben in Europa“ (EU-SILC), aus der Einkommens- und Verbrauchstichprobe (EVS) und aus dem Mikrozensus dargestellt. Neben diesen drei amtlichen Statistiken des Statistischen Bundesamtes wird das Soziooekonomische Panel (SOEP) des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) herangezogen.
Schwerpunkte
Mit dem 3. Armuts- und Reichtumsbericht setzt die Bundesregierung die 2001 begonnene Bestandsaufnahme der sozialen Lage in Deutschland fort. Sie schafft damit die notwendige Basis für eine fundierte Politik zur Stärkung der sozialen Gerechtigkeit und zur Verbesserung gesellschaftlicher Teilhabe. Neben der Entwicklung von Einkommen und Vermögen werden die zentralen Trends und Herausforderungen in den Bereichen Erwerbsbeteiligung, Bildung, Familie und Kinder, Gesundheitsversorgung, Wohnen und politische Partizipation beschrieben. Darüber hinaus stehen Personengruppen im Fokus, die in besonderem Maße beeinträchtigt sind. Gleichzeitig legt der Bericht die politischen Maßnahmen der Bundesregierung dar, die Armut und sozialer Ausgrenzung entgegenwirken, eine gerechtere Verteilung ökonomischer Ressourcen erreichen sowie Teilhabechancen für alle Mitglieder der Gesellschaft eröffnen sollen.
Ergebnisausschnitt
Mit den Armuts- und Reichtumsberichten hat die Bundesregierung das Bewusstsein für die Notwendigkeit des sozialen Zusammenhalts und die Aktivitäten zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung deutlich vertieft. Auf Grund der föderalen Struktur Deutschlands wird die nachhaltige Vermeidung von Armut und das Ziel der sozialen Integration jedoch nur durch gemeinsame Aktivitäten auf allen staatlichen Ebenen und gemeinsam mit allen Akteuren der Zivilgesellschaft zu erreichen sein. Auf den einzelnen Ebenen konnten in den vergangenen Jahren Fortschritte erzielt werden, wie die Sozialberichterstattung auch in Ländern und Kommunen belegt. Doch müssen diese Anstrengungen weiter verstärkt und aufeinander abgestimmt werden. Eine sowohl die Fachebenen als auch die föderalen Strukturen überspannende Strategie zur Armutsvermeidung in den verschiedenen Teilhabebereichen könnte die funktionale Aufgabenverteilung unter den Akteuren überwinden und Synergieeffekte ausnutzen.
Den Armuts- und Reichtumsbericht 2007 können Sie hier herunterladen.
iff-Überschuldungsreport 2007
Im Jahr 2007 erschien erstmals der iff-Überschuldungsreport des Instituts für Finanzdienstleistungen e.V., der die Situation von privater Überschuldung betroffener Menschen in Deutschland darstellt.
Datengrundlage
Basis des Reports ist die Auswertung anonymisierter Daten - entnommen aus der gängigen Schuldnerberatungssoftware CAWIN - von circa 3.000 Personen, welche aufgrund ihrer privaten Überschuldungssituation 2005/2006 eine Schuldnerberatungsstelle aufgesucht haben.
Überschuldungsbegriff
Es wird sich der zweifelsfreien und nicht der subjektiv empfundenen Überschuldung gewidmet. Damit liegen nicht nur Einkommensarmut, Zahlungsunwilligkeit oder vorübergehende Zahlungsschwierigkeiten vor, sondern eine von allen beteiligten Akteuren – die Ratsuchenden, die Schuldnerberater und die Gläubiger – zweifelsfrei festgestellte Überschuldung.
Schwerpunkte
Untersucht werden insbesondere die Gründe für Überschuldung, ebenso werden Risikogruppen und -faktoren definiert. Darüber hinaus werden Anregungen an Wirtschaft, Politik und Wohlfahrt gegeben. So soll ein gemeinsamer Diskurs sowie mehr Prävention und Kompensation initiiert werden.
Ergebnisausschnitte
Der iff-Überschuldungsreport 2007 zeigt, dass vor allem unstetes Einkommen und unvorhersehbare Ereignisse wie Arbeitslosigkeit, Trennung oder Krankheit zu Überschulung führen. Daher sind Haushalte, die diese Risiken nicht kompensieren können wie Niedrigverdiener, Alleinerziehende und Haushalte mit kleineren oder mehreren Kindern, häufiger betroffen. Dagegen sind so genannte „Risikogemeinschaften mehrerer Erwachsener“, die in einer Wohnung leben, über ein stabiles sowie höheres Einkommen und eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügen, von Überschuldung weitaus weniger bedroht.
Den iff-Überschuldungsreport von 2007 und weiterführende Informationen finden Sie hier.