Das CodeCamp:N war mal wieder auf Zack und hat quasi über Nacht ein Tool zum Helfen entwickelt und umgesetzt. „nachbarn-helfen.org“ ist ein echter Mehrwert in Corona-Zeiten und bietet schnelle und unkomplizierte Hilfe für Betroffene – und genauso wichtig, schnelle und unkomplizierte Möglichkeiten, um zu helfen.

 

Jennifer, erzähl doch mal ein bisschen: Wie wurde die Idee geboren?

Ein Entwickler des CodeCamp:N hatte vor ca. zwei Wochen den Wunsch, etwas auf die Beine zu stellen, um Risikogruppen von Covid-19 in dieser schwierigen Situation zu unterstützen. Dafür hatte er die Idee, eine Plattform zu entwickeln, auf der sich Helfer und Hilfesuchende finden können.

Seine Idee hat er bei uns im CodeCamp:N geteilt und schnell fand sich ein Team von Kollegen und Kolleginnen aus unterschiedlichen Bereichen, das seitdem gemeinsam an dem Projekt arbeitet.


Mit Hilfe dieser Unterstützung und nach Teilnahme am Hackathon der Bundesregierung „#WirVsVirus“ konnte die Plattform innerhalb von nur einer Woche live gehen.

 Was genau ist nachbarn-helfen.org?

In erster Linie ist nachbarn-helfen.org eine Plattform, die Helfende und Hilfesuchende zusammenbringen soll, gerade in Krisenzeiten wie diesen. Auf der Plattform können sowohl Helfer als auch Hilfesuchende ein Inserat erstellen und so Kontakt zu anderen suchen. Wenn sich beide Seiten gefunden haben, entsteht ein Match.

Die Plattform ist für alle kostenfrei und non-profit.

Wie genau erstellt man ein Gesuch und was muss dafür angegeben werden?

Auf der Plattform hat man die Möglichkeit, ein Inserat zu erstellen. Hier muss ausgewählt werden, ob man Hilfe sucht oder Hilfe anbieten möchte. Je nachdem können verschiedene Kategorien wie Apothekengang, Tierbetreuung oder Einkaufen ausgewählt werden. Im nächsten Schritt werden persönliche Daten (Name, Postleitzahl und E-Mail-Adresse) abgefragt. Zum Schluss kann noch ein kurzer Text für das Inserat erstellt werden. Auf der Plattform selbst sind dann nur Vorname, Postleitzahl, die ausgewählten Kategorien und der Text zu sehen.

Bei einem Match erhalten beide Seiten die Kontaktdaten des jeweils anderen. So können sie kommunizieren und Details klären.

Was läuft gut und was wünscht ihr euch noch?

Die Plattform wurde sehr positiv aufgenommen. In der ersten Woche haben bereits 192 Privatpersonen ein Inserat erstellt und wir konnten schon mehrfach zwischen Helfern und Hilfesuchenden vermitteln.

Dies liegt auch an unseren Partnern, die uns bei der Verbreitung der Plattform aktiv unterstützen.

Über die Hilfe für Privatpersonen hinweg wollen wir gerne Vereine, Initiativen, Organisationen und Gemeinden dabei unterstützen, die vielen lokalen Angebote besser zu koordinieren. Dafür haben wir die Plattform um mehrere Funktionen erweitert. Beispielsweise können Gruppen dauerhafte Inserate erstellen, um ständig Hilfe anzubieten oder zu suchen.

Aktuell ist die Zahl der Helfenden höher als die der Hilfesuchenden. Dafür planen wir in naher Zukunft unter anderem die Einführung einer Telefon-Hotline, um Menschen ohne Zugang zum Internet die Möglichkeit zu bieten, an Hilfe zu kommen. Weiter hoffen wir, dass über Vereine und andere Initiativen mehr Hilfesuchende auf unsere Plattform aufmerksam werden.

Wie erreicht ihr die Menschen, denen geholfen werden soll, wenn diese zum Beispiel nicht so internetaffin sind oder euer Programm noch nicht kennen?

Aktuell bieten wir auf der Webseite ein PDF-Dokument an, welches ausgedruckt und in der Nachbarschaft ausgehängt oder eingeworfen werden kann. So sollen auch Menschen, die die Plattform nicht kennen oder nicht im Internet unterwegs sind auf die Möglichkeit aufmerksam gemacht werden, über die Plattform Hilfe zu bekommen.

Zusätzlich dazu soll eine Telefon-Hotline eingerichtet werden, die den Zugang zur Plattform für ältere Menschen vereinfacht.

Wie sieht die Zukunft der Plattform aus?

Besonders im Bereich Gruppen sehen wir die Möglichkeit, an Hilfesuchende heranzutreten. Hier wollen wir neue Funktionen einrichten, um Vereine, Initiative, Organisationen und Gemeinden besser anzubinden.

Mit der Stadt Heilsbronn haben wir die erste öffentliche Gruppe, welche gebündelt Inserate auf eine Postleitzahl vorfiltert, um diese digital besser verwalten zu können.

Gerne wollen wir noch weitere Gruppen, Vereine, Organisationen und Gemeinden unterstützen und diesen einen digitalen Ort zur Verwaltung zur Verfügung stellen.

Wir sind offen für Anregungen und können als Projektteam schnell auf Ideen und Wünsche eingehen.

Schreibt uns einfach eine E-Mail: support@nachbarn-helfen.org

 

Besten Dank für das Interview und alle Gute weiterhin für eure Plattform!

Hazel für die Stiftung Duetschland im Plus