forschung

iff-Überschuldungsradar

Mit Unterstützung der Stiftung Deutschland im Plus bietet das iff-Institut in Hamburg zusätzlich zum jährlich erscheinenden iff-Überschuldungsreport weitere Formate in Sachen Überschuldungsforschung. Das iff-Überschuldungssradar, das viermal jährlich erscheint, beleuchtet brisante und aktuelle Themen in Sachen Überschuldung und bedient somit die laufende Berichterstattung zwischen den Überschuldungsreports. Das Diskussionspapier, das zweimal jährlich erscheint, gewährt einem internationalen Fachpublikum Einblick in die deutsche Überschuldungsforschung.  Zielsetzung ist, den Austausch der deutschen und internationalen Überschuldungsforschung zu fördern und aktuelle Überschuldungsprobleme schneller zu erkennen und aufzugreifen.

iff-Überschuldungsradar 04/2019 –  Peer-to-Peer-Ansatz im Präventionskonzept der Jugend-Schulden-Beratung Tübingen

Schuldenprävention – oder besser: das Anregen eines bewussten und reflektierten Umgangs mit (wenig) Geld – ist immer wieder ein schwieriges Geschäft. Alles, was es für Finanzkompetenz braucht, lernt man nicht in wenigen Stunden. (Demonstrativ) selbstbewusste Teens oder stolze junge Erwachsene, die voller Selbstsicherheit und der Überzeugung sind, alles – oder zumindest das allermeiste – selbst hinzubekommen, benötigen eigentlich keine Aufklärung über Haushaltsplanung und Verschuldungsgefahren – glauben sie zumindest. Auch bildungsferne Jugendliche verfügen meist über eine ausreichende finanzielle Bildung, um den Alltag zu meistern. In Krisen, oder wenn andere Bedürfnisse vorrangig bedient werden wollen, geraten junge Haushalte in Schieflage − dann ist das genaue Rechnen nicht mehr abrufbar und es greifen andere Mechanismen der Lebens- und Alltagsbewältigung.

iff-Überschuldungsradar 03/2019 –  Nicht-Inanspruchnahme von Schuldenberatung

Warum sollten sich Fachkräfte aus der Schuldenberatung oder sozialpolitische Akteure mit der Nichtnutzung der Schuldenberatung beschäftigen? Haben die Schuldenberatungsstellen nicht eher mit einer zu hohen Nachfrage bei knappen Ressourcen zu kämpfen, und sind somit diejenigen, die das Angebot nicht in Anspruch nehmen, verzichtbar? Im Folgenden wird argumentiert, dass ganz im Gegenteil die Erkenntnisse aus der Nichtnutzung der Schuldenberatung relevant für die Diskussion um deren „Qualitäten“ sind.

iff-Überschuldungsradar 02/2019 –  Alltägliches Rechnen im Kontext von Überschuldung

Das 12. Schlaglicht zur Überschuldung von Katharina Angermeier (HAW Hamburg) und Prof. Dr. Harald Ansen (HAW Hamburg) in der Reihe des instituts für finanzdienstleistungen e.V. (iff) in Kooperation mit der Stiftung Deutschland im Plus stellt erste Erkenntnisse zu einem aktuellen Forschungsprojekt vor, das untersucht, wie Überschuldete mit alltäglichen mathematischen Anforderungen umgehen.

iff-Überschuldungsradar 01/2019 – Falsche Altersvorsorge führt Selbständige in den Ruin

Das 10. Schlaglicht zur Überschuldung von Brigitte Ommeln in der Reihe des instituts für
finanzdienstleistungen e.V. (iff) in Kooperation mit der Stiftung Deutschland im Plus beschäftigt sich
mit der Altersabsicherung Selbstständiger. Ommeln stellt dabei fünf zentrale Aspekte rund um die
finanzielle Altersabsicherung von Selbstständigen pointiert dar.

Ihr Fazit:
Selbstständige sind in Zeiten guten Verdienstes in Hinblick auf ihre Altersvorsorge teilweise sogar
überversorgt. Im Falle finanzieller Schwierigkeiten – ausgelöst durch Probleme wie beispielsweise
Krankheit, Scheidung, unternehmerische Fehlentscheidungen oder Steuernachforderungen – kann es
dazu kommen, dass sie die Versicherungen nicht mehr bedienen können. Dies führt schlimmstenfalls
zur Auflösung der Absicherung. Personen, die alleine selbstständig sind, fehlt häufig die Zeit, sich mit
den komplexen Produkten der Altersversorge auseinanderzusetzen. Problematisch sind fehlendes
Wissen und eine oftmals fehlende produktunabhängige Beratung. In der Folge wird häufig auf gut
gemeinte Tipps gesetzt, die sich dann im Nachhinein als falsche Entscheidung herausstellen können.
Ommeln führt aus, welche Produkte sich für eine Altersabsicherung Selbstständiger eignen und geht
hierbei auf mögliche Stolperfallen ein. Zusammenfassend stellt sie politische Forderungen auf, die
auf derzeitige Lücken in der Altersvorsorge verweisen und Lösungsperspektiven aufzeigen. Sie
verweist dabei insbesondere auf die Notwendigkeit einer kostengünstigen und unabhängigen
Beratung für Selbstständige sowie deren Entlastung von Sozialabgaben.

iff-Überschuldungsradar 2018 – Schuldnerberatung und sozialanwaltlicher Ansatz

Das 9. Schlaglicht zur Überschuldung von Prof. Dr. Ulf Groth beschäftigt sich mit einer überraschenden Ursache von Überschuldung – der nicht Inanspruchnahme sozialer Leistungen. Die meisten Überschuldeten sind überschuldet, weil sie zu wenig Einkommen haben, nicht, weil sie übermäßig hohe Ausgaben haben. Häufig ließe sich das auf einfache Weise ändern. „Den Haushalten wird dringend benötigtes Geld zum Überleben vorenthalten!“, sagt Groth.

iff-Überschuldungsradar 2018 – Fachlichkeit in der Schuldnerberatung

Besonders seit den 1990er Jahren mehren sich die Berichte aus der Praxis der Schuldnerberatung, in denen inadäquate Rahmenbedingungen und der Verlust von Fachlichkeit kritisiert und beklagt werden. Eine Reflexion des arbeitsfeldspezifischen Diskurses um Bestimmungen und Bedrohungen von Fachlichkeit hat deutliche Hinweise auf sich defizitäre Rahmenbedingungen der Schuldnerberatung, sich widersprechende Funktionszuweisungen und damit Begrenzungen der Schuldnerberater_innen in ihren Anstrengungen, nach fachlichen Kriterien zu handeln, ergeben. Je nach finanzieller und personeller Ausstattung und Beauftragungsund Organisationsstrukturen müssen die Berater_innen damit umgehen, dass sie fachlich nicht so handeln können, wie sie sollen und wollen.

iff-Überschuldungsradar 2018 – Schuldnerberatung – mehr als nur Expertenberatung

„Schuldnerberatung – mehr als nur Expertenberatung?“
Bei aller Orientierung, die uns diesen Charme der Restschuldbefreiung bietet, tappt die Schuldnerberatung hinsichtlich ihres ursprünglichen Anliegens, das Problem Verschuldung ganzheitlich zu bearbeiten, inzwischen im Dunkeln und kommt über technokratische Abläufe der Insolvenzmaschinerie nicht mehr oder nur noch selten hinaus. Einem ganzheitlichen Anspruch gerecht zu werden und die Beratung bei Verschuldung wieder mehr als Soziale Arbeit zu sehen erfordert, den Betroffenen die Deutungshoheit der Ziele der Beratung zu überlassen, mit ihnen Möglichkeiten und Wege zu suchen, ihre Ziele zu erreichen um schließlich das zu ermöglichen was Beratung möchte: Zum eigenverantwortlichen Umgang mit Geld und Schulden zu befähigen.

iff-Überschuldungsradar 2018 – Verhaltensökonomische Erkenntnisse zu finanziellen Alltagsentscheidungen

If you always do what you always did, you will always get what you always got“
Dieses Eingangszitat liest sich einleuchtend. Will ich mein Leben verändern, so muss ich meine Entscheidungen verändern. Im Kontext von Geld könnte man also sagen: Will ich Vermögen aufbauen, so muss ich ganz einfach so entscheiden, dass mehr Geld rein- als rausfliesst. Ist das wirklich so einfach? Wieso entscheiden wir uns eigentlich so wie wir uns entscheiden? Wie können wir bessere Finanzentscheidungen treffen? Mögliche Antworten auf diese Frage liefert die verhaltensökonomische Forschung der letzten Jahre. Mit der ernüchternden Schlussfolgerung: So einfach ist es leider doch nicht. Und dennoch: Vieles könnten wir besser machen.

iff-Überschuldungsradar 2018 – Forderungsinkasso gegenüber Verbrauchern

Nach langem Vorlauf konnte die iff Evaluation des Gesetzes gegen unlautere Geschäftspraktiken (GguG) nun abgeschlossen werden. Birgit Vorberg Expertin der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen und Mitglied von Inkassowatch kommentiert in ihrem Überschuldungschlaglicht die Ergebnisse. Das Ziel des GuG Inkassokosten zu begrenzen und transparenter zu machen, wird in der Praxis ins Gegenteil verkehrt. „Der Markt der Inkassodienstleistungen gegenüber Verbrauchern hat sich so für manche Konzerne zu einem lukrativen Wirtschaftszweig entwickelt“, so Vorberg. Die Unternehmen machten sich die weiterhin bestehenden Regelungslücken und Unklarheiten zu Nutze. Der Gesetzgeber sei daher aufgerufen, endlich unmissverständliche Kostenbegrenzungen für die Ersatzpflicht des Verbrauchers in Bezug auf Inkassokosten zu schaffen und eine effektive Aufsicht zu installieren.

iff-Überschuldungsradar 01/2017

Wenn von überschuldeten Personen die Rede ist, denkt man zunächst an den Verbraucher. Er bezieht sein Einkommen aus Arbeitsentgelt, Sozialleistungen, Rente oder versucht mit der Kombination aus mehreren Einkommensquellen seinen privaten Haushalt zu finanzieren. Diesen Menschen steht ein öffentlich finanziertes schuldner- und insolvenzrechtliches Beratungsangebot zur Verfügung. Für Kleinst- und Kleinselbstständige, die ihr Einkommen aus wirtschaftlich selbstständiger Tätigkeit erzielen – gemeint sind hier aber nicht die freiberuflichen Tätigkeiten wie Rechtsanwälte oder Steuerberater, sondern die vielen kleinen Handwerker, Kiosk- und Ladenbetreiber sowie Freiberufler mit Dozententätigkeit – existiert eine solche Beratung nicht. Die Folgen sind fatal.

iff-Überschuldungsradar 2018 – Schuldnerberatung und sozialanwaltlicher Ansatz

Das 9. Schlaglicht zur Überschuldung von Prof. Dr. Ulf Groth beschäftigt sich mit einer überraschenden Ursache von Überschuldung – der nicht Inanspruchnahme sozialer Leistungen. Die meisten Überschuldeten sind überschuldet, weil sie zu wenig Einkommen haben, nicht, weil sie übermäßig hohe Ausgaben haben. Häufig ließe sich das auf einfache Weise ändern. „Den Haushalten wird dringend benötigtes Geld zum Überleben vorenthalten!“, sagt Groth.

iff-Überschuldungsradar 2018 – Fachlichkeit in der Schuldnerberatung

Besonders seit den 1990er Jahren mehren sich die Berichte aus der Praxis der Schuldnerberatung, in denen inadäquate Rahmenbedingungen und der Verlust von Fachlichkeit kritisiert und beklagt werden. Eine Reflexion des arbeitsfeldspezifischen Diskurses um Bestimmungen und Bedrohungen von Fachlichkeit hat deutliche Hinweise auf sich defizitäre Rahmenbedingungen der Schuldnerberatung, sich widersprechende Funktionszuweisungen und damit Begrenzungen der Schuldnerberater_innen in ihren Anstrengungen, nach fachlichen Kriterien zu handeln, ergeben. Je nach finanzieller und personeller Ausstattung und Beauftragungsund Organisationsstrukturen müssen die Berater_innen damit umgehen, dass sie fachlich nicht so handeln können, wie sie sollen und wollen.

iff-Überschuldungsradar 2018 – Schuldnerberatung – mehr als nur Expertenberatung

„Schuldnerberatung – mehr als nur Expertenberatung?“
Bei aller Orientierung, die uns diesen Charme der Restschuldbefreiung bietet, tappt die Schuldnerberatung hinsichtlich ihres ursprünglichen Anliegens, das Problem Verschuldung ganzheitlich zu bearbeiten, inzwischen im Dunkeln und kommt über technokratische Abläufe der Insolvenzmaschinerie nicht mehr oder nur noch selten hinaus. Einem ganzheitlichen Anspruch gerecht zu werden und die Beratung bei Verschuldung wieder mehr als Soziale Arbeit zu sehen erfordert, den Betroffenen die Deutungshoheit der Ziele der Beratung zu überlassen, mit ihnen Möglichkeiten und Wege zu suchen, ihre Ziele zu erreichen um schließlich das zu ermöglichen was Beratung möchte: Zum eigenverantwortlichen Umgang mit Geld und Schulden zu befähigen.

iff-Überschuldungsradar 2018 – Verhaltensökonomische Erkenntnisse zu finanziellen Alltagsentscheidungen

If you always do what you always did, you will always get what you always got“
Dieses Eingangszitat liest sich einleuchtend. Will ich mein Leben verändern, so muss ich meine Entscheidungen verändern. Im Kontext von Geld könnte man also sagen: Will ich Vermögen aufbauen, so muss ich ganz einfach so entscheiden, dass mehr Geld rein- als rausfliesst. Ist das wirklich so einfach? Wieso entscheiden wir uns eigentlich so wie wir uns entscheiden? Wie können wir bessere Finanzentscheidungen treffen? Mögliche Antworten auf diese Frage liefert die verhaltensökonomische Forschung der letzten Jahre. Mit der ernüchternden Schlussfolgerung: So einfach ist es leider doch nicht. Und dennoch: Vieles könnten wir besser machen.

iff-Überschuldungsradar 2018 – Forderungsinkasso gegenüber Verbrauchern

Nach langem Vorlauf konnte die iff Evaluation des Gesetzes gegen unlautere Geschäftspraktiken (GguG) nun abgeschlossen werden. Birgit Vorberg Expertin der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen und Mitglied von Inkassowatch kommentiert in ihrem Überschuldungschlaglicht die Ergebnisse. Das Ziel des GuG Inkassokosten zu begrenzen und transparenter zu machen, wird in der Praxis ins Gegenteil verkehrt. „Der Markt der Inkassodienstleistungen gegenüber Verbrauchern hat sich so für manche Konzerne zu einem lukrativen Wirtschaftszweig entwickelt“, so Vorberg. Die Unternehmen machten sich die weiterhin bestehenden Regelungslücken und Unklarheiten zu Nutze. Der Gesetzgeber sei daher aufgerufen, endlich unmissverständliche Kostenbegrenzungen für die Ersatzpflicht des Verbrauchers in Bezug auf Inkassokosten zu schaffen und eine effektive Aufsicht zu installieren.

iff-Überschuldungsradar 01/2017

Wenn von überschuldeten Personen die Rede ist, denkt man zunächst an den Verbraucher. Er bezieht sein Einkommen aus Arbeitsentgelt, Sozialleistungen, Rente oder versucht mit der Kombination aus mehreren Einkommensquellen seinen privaten Haushalt zu finanzieren. Diesen Menschen steht ein öffentlich finanziertes schuldner- und insolvenzrechtliches Beratungsangebot zur Verfügung. Für Kleinst- und Kleinselbstständige, die ihr Einkommen aus wirtschaftlich selbstständiger Tätigkeit erzielen – gemeint sind hier aber nicht die freiberuflichen Tätigkeiten wie Rechtsanwälte oder Steuerberater, sondern die vielen kleinen Handwerker, Kiosk- und Ladenbetreiber sowie Freiberufler mit Dozententätigkeit – existiert eine solche Beratung nicht. Die Folgen sind fatal.

Diskussionspapier 01/2017

Das Diskussionspapier „Theoretical Frameworks for Investigating Consumer Over-Indebtedness and Bankruptcy“ von Xiaojing Wang, Anne Marie Ward, Anthony Wall von der Ulster University in Nordirland und Dirk Ulbricht (iff-Institut) stellt drei theoretische Ansätze vor, die sowohl politischen Entscheidungsträgern zur Orientierung dienen  als auch eine Basis für künftige empirische Forschungen bilden sollen. In USA gibt es ein vergleichsweise schuldnerfreundliches Restschuldbefreiungsverfahren, das eine zügige Entschuldung zu einer raschen Wiederherstellung einer vollständigen Teilhabe der Überschuldeten am Wirtschaftsverkehr ermöglicht. Auf der anderen Seite existieren gläubigerfreundliche Restschuldbefreiungsverfahren wie in Deutschland, die sich dies über mehrere Jahre hinziehen.

Ähnliche Projekte